Der Schornsteinfeger: Ihr Sicherheits-, Umwelt- und Energieexperte

Michael Kühner - Ihr Schornsteinfegermeister

Fachmann für Brand- und Umweltschutz sowie Energieeinsparung

Kaminöfen - Funktion und Kaufberatung

Es gibt gute Gründe, sich einen Kaminofen anzuschaffen. Das Spiel mit dem Feuer macht Spaß und schafft ein angenehmes Raumklima. Ins Feuer zu schauen ersetzt den Fernseher.
Die Kombination aus Strahlungswärme und Konvektionswärme bringt eine gemütliche Wohnatmosphäre, die Ofenwärme wird optimal und zugfrei verteilt.

Kaminöfen müssen typgeprüft sein (Ü-Zeichen auf dem Typenschild) und sollten mit selbstschließenden Türen ausgerüstet sein (Bauart I). Dann kann man i.d.R. auf Verbrennungsluftöffnungen nach außen verzichten.

Es gibt ein breites Spektrum unterschiedlichster Modelle. Runde oder eckige Bauformen, Kaminöfen für Zimmerecken, Keramik- oder Blechverkleidungen usw.
Der Ort der Ofenaufstellung hat bereits Einfluß auf das Modell: Soll das Feuer von zwei Seiten sichtbar sein oder kann man den Ofen so positionieren, dass das Feuer in die richtige Richtung "guckt"? Helle Farben wirken leicht und integrieren sich besser in modernes Wohndesign.

Hochwertige Kaminöfen führen die Verbrennungsluft kontrolliert zu und heizen die Verbrennungsluft vor. Die Raumluft wird durch einen Kanal über der Flamme entlanggeführt und dabei auf ca. 300°C erhitzt. Die heiße Luft (Sekundärluft) wird gezielt von innen gegen die Glasscheibe geführt und sorgt so für klare Sicht auf das Feuer (kein Verrußen der Scheibe). Danach gelangt die Sekundärluft zum Feuer und ermöglicht eine saubere Verbrennung des Holzes. Der Wirkungsgrad von Kaminöfen liegt bei 75 % - 80%!

Gute Öfen erkennt man an sauberer Verarbeitung (Türen schließen bündig und dicht), außerdem an o.g. heißer Verbrennungsluftführung (Luftschieber im Türrahmen halten die Scheibe nur selten sauber) und letztendlich am Gewicht (billige Öfen haben oft dünne Wandungen und wenig Schamottierung).
Gerne werden aufpreispflichtige Specksteine als Verkleidung angeboten, die besonders gut die Wärme halten. Lesen Sie hierzu unsere Seite, die wir den Specksteinöfen gewidmet haben. Achten Sie beim Kauf auf gute Verarbeitung und optimale Luftregelung. Neuester Trend: Kaminöfen, die über einen Wasserwärmetauscher die Heizung unterstützen bzw. sogar ganz ersetzen! Lesen Sie hierzu unsere Seite über wassergeführte Kaminöfen.

Mit Kaminöfen darf man trockenes, stückiges Holz sowie Brikett verbrennen. Für die Nutzungsdauer gibt es im Gegensatz zu offenen Kaminen keine Einschränkungen. Drei Kilogramm Holz ersetzen ca. 1 Liter Heizöl!
Brikett lohnen vom Preis eigentlich nicht, außerdem kann man damit ganz schön seine Nachbarn ärgern! Einzige sinnvolle Anwendung von Brikett ist, vorm Zubettgehen 2 bis 3 Stück in das Glutbett zu legen, die Verbrennungsluft zu drosseln und zu hoffen, daß der Ofen am nächsten Morgen noch warm ist.


Öfen mit Verbrennungsluftautomatik

Einige Hersteller bieten Öfen mit einer automatischen Verbrennungslufteinstellung an. Der Sinn: Zum Anbrennen benötigt Holz Luft von unten durch das Ascherost (Primärluft). Wenn das Holz brennt, wird i.d.R. die Primärluft gedrosselt oder ganz geschlossen und auf Sekundärluft umgestellt (die Luft wird in den oberen Flammenteil geleitet).
Die Automatik soll dem Betreiber diese Arbeit abnehmen. Über einen Rauchgasfühler wird die Luftmenge entsprechend gesteuert. Man spart sich das Nachregeln und vermeidet evtl. Fehlbedienung.
Aber: Nicht alle Automatik-Systeme sind gleich. Es gibt sehr einfache Regelungen, die lediglich die Primärluft drosseln und deshalb besser im Handbetrieb funktionieren. Andere Systeme regeln optimal im Wechselspiel zwischen Primär- und Sekundärluft und gewährleisten immer eine saubere Verbrennung und klare Scheiben.
Falls Sie sich für eine Automatik interessieren: Lassen Sie sich vom Verkäufer die Funktion genau erklären. Auf ein Rundblech, das an einer Federstange geführt ist und lediglich ein Loch auf der Rückseite des Ofens (Primärluft) öffnet oder verschließt, können Sie getrost verzichten, wenn Sie ausschließlich mit Holz heizen wollen (Holzbetrieb nur mit Sekundär- und ggf. Tertiärluft möglich, also Luftzufuhr von oben).
Lediglich so genannte "Dauerbrandöfen" sind auf diese Automatik angewiesen, wenn Sie mit Steinkohlebriketts bis zu 16 Stunden mit einer Brennstoffladung auskommen möchten.


Glasplatte als Unterlage

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Ein durchsichtiger Belag nimmt optisch weniger Raum ein und wirkt elegant. Deshalb erfreut sich die Glasplatte als Funkenschutz wachsender Beliebtheit. Aber Achtung: Meistens wird der Ofen auf die Glasplatte gestellt. Durch das Gewicht des Ofens kommt das Glas dann vorne einige Millimeter hoch. Bei Teppichunterlage kein Problem, aber: Wenn Sie Laminat oder Holzboden haben, werden selbst kleinste Schmutzpartikel unter der Glasplatte sichtbar. Diese kleinen häßlichen Teilchen kriegen Sie nur weg, wenn Sie den Ofen wegrücken und das Glas anheben!
Wenn Sie Wert auf Glas legen und einen Holzboden haben, sollten Sie die Glasplatte an den Seiten und nach vorne zum Holzbelag abdichten (Dichtband oder Silikon). Noch besser: Der Kaminofenhersteller Rika bietet patentierte Glasplatten an, deren Dichtlippen durch geschickte Oberflächenprägung nicht störend wirken.
Übrigens: Da geprüfte Öfen i.d.R. nach unten keine Wärme abgeben, ist der Belag aus nicht brennbaren Baustoffen grundsätzlich nur vor der Feuerstätte vorgeschrieben (Aufstellanweisung des Ofens ist entscheidend!). Es ist deshalb evtl. möglich, eine Glasplatte nach Maß anfertigen zu lassen, die lediglich vor den Ofen gelegt wird. Nur bei Öfen mit rundem Standsockel wird´s schwierig: Sie müssten das Glas an die Form des Ofens anpassen lassen (nicht ganz billig!).


Neugierig geworden? Lesen Sie weiter in den Aufstellbedingungen für Kaminöfen. Oder bei den Tipps für die Inbetriebnahme. Haben Sie bereits einen Kaminofen, der aber nicht hält, was der Prospekt versprochen hat? Vielleicht helfen Ihnen unsere Problemlösungen.



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Michael Kühner

Schornsteinfegermeister Gebäudeenergieberater HWK
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